Im Netto gibt es Reis in bunten Schachteln. Damit auch jeder weiß, dass Reis ein asiatisches Essen ist, schmücken fernöstliche Schriftzeichen die Verpackung:
Für einen Europäer mögen diese Zeichen keinen Sinn ergeben. Chinesen aber lesen die klassischen Schriftzeichen wiefolgt: Nicht Sterben Vogel. Was heißt das nun genau?
Wenn Vögel den Reis essen, sterben sie nicht.
Beim Reisanbau sterben keine Vögel.
Wenn Reis und Vögel gemeinsam in einem Topf gekocht werden, sterben sie nicht.
Seit Jahrzehnten kämpfte eine kleine Schaar in Ostwestfalen gegen den Bau der Autobahn 33 von Bielefeld nach Osnabrück. Seit einiger Zeit tragen die Naturschützer Trauer, denn die (Auto)bahn kommt und soll das Heil auf vier Rädern bringen. Da lasse ich den Kopf hängen: Habe ich nun die Kröten alle umsonst über die Straße getragen, auf der Trasse noch vor den ersten Baggern und am Tag vor der praktischen Führerscheinprüfung Bäume gepflanzt, ganz im Sinne eines Hoimar von Dietfuhrt? Blut, Schweiß und Tränen im ewigen Hin und Her der tischtennisballgleichen Argumente, das Ringen zwischen Menschen- und Naturschutz – alles für nix? Weiterlesen »
Nach Paris führen viele Wege: Schnell und schnurgerade geht es mit dem TGV, mautvoll mit dem eigenen Auto oder – ganz elegant – mit dem Taxi. 1984 besang einst Felix de Luxe eine Reise mit der Motordroschke an die Seine – nur für einen Tag. 70 Jahre zuvor hieß es in der französischen Hauptstadt eher „mit einem Taxi an die Marne“.
Mehr Geld für die Straße fordert Verkehrsminnister Peter Ramsauer. Damit ihm sein Geschrei nicht gleich sauer aufstößt, sei ihm eine schmackhafte und sogar noch preiswerte Straße empfohlen:
Da hüllt sich das Schnitzel gerne in Panade, bevor es in die Pfanne spring und im Magen landet. Fehlt nur noch die Panierraupe, die alles platt macht.
Geschrieben in Die Gegenwart | Kommentare deaktiviert
Eine kostenfreie Seniorenzeitung aus Südbaden wirbt auf der Titelseite mit folgendem Wort:
“Viel hilft viel”, dachten die Redakteure und schraubten noch ein bescheidenes Zeichen in den Advent. Herzlich Willkommen! Doch die Kollegen sind nicht allein. Schon viele Schreibende nehmen sich dieses einsamen Buchstabens an und betten ihn in warme weiche Worte in vorweihnachtlichen Tagen.
Geschrieben in Die Gegenwart | Kommentare deaktiviert
Ich gestehe: Ich bin ein Freund der scripted reality. Dieses Fernsehformat, das vor allem die privaten Kanäle praktizieren, produzieren und präsentieren, spricht Schadenfreude mehr an als alles andere. Ob es nun um getauschte Frauen oder gebrauchte Autos – zum Glück nicht umgekehrt – geht, das Repertoire scheint unerlässlich. Weiterlesen »
Geschrieben in Die Gegenwart | Kommentare deaktiviert
Nach dem Gedränge und Menschenfluten in Hongkong und Shenzhen zog es mich am Volkstrauertag in den einsamen deutschen französischen Wald am Hartmannswiller Kopf. Wo sich vor nun fast 100 Jahren deutsche und französische Soldaten gegenüber lagen und sich, statt die Hände zu reichen, mit Handgranaten und stärkeren Geschossen bewarfen und befeuerten, schmiegte sich der Nebel ums Geäst wie eine Katze um menschliche Beine. Weiterlesen »
Geschrieben in Die Gegenwart | Kommentare deaktiviert
„Schon wieder nichts anzuziehen“, fluchte Ferdinand nach einem Blick in seinen Kleiderschrank. Er hatte noch eine viertel Stunde Zeit, dann würde Ines vor der Tür stehen und ihn ins Theater abholen. Ibsen gab es; er hatte sich schon seit Wochen auf diesen Abend gefreut und dann das! Weiterlesen »